12 Fragen an unser Vereinsmitglied Oliver Honsel der Burgdorfer Gastbrauerei AG
Was ist dein Hauptantrieb hinter der Leidenschaft für das Brauen?
Brauer ist ein sehr vielschichtiger Beruf, der Kenntnisse von Biologie, Biochemie, Physik, Chemie, Maschinenkunde u.v.m. erfordert. Bier besteht zudem i.d.R. aus nur vier Zutaten und trotzdem lässt sich eine nahezu unendliche Vielfalt an Bierstilen daraus kreieren. Und Bier ist ein lebendiges Produkt, das vom Einmaischen bis zum Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums und darüber hinaus reift. Das Bier dabei begleiten und beeinflussen zu können ist eine spannende Aufgabe.
Was machst du als Erstes an einem Brautag?
Als erstes gibt es einen Kaffee zusammen mit dem Brauerei-Team, dann eine kurze Besprechung, bevor im Sudhaus nach dem Rechten gesehen wird. Anschliessend ist kein Tag wie der andere (und das ist das tolle an unserem Job): Abfüllen, Störungsbeseitigungen, Reparaturen, Rezeptentwicklung, Qualitätskontrolle, Emails beantworten… – je nach Priorität.
Welches Bier steht bei dir zu Hause immer im Kühlschrank?
Selbstverständlich die ganze Burgdorfer Bierpalette – natürlich nur wegen der sensorischen Qualitätskontrolle 😊. Aber auch sonst alles Mögliche, wie z.B. belgische Biere, deren Vielseitigkeit und Komplexität ich schätze.
Erinnerst du dich an dein erstes Bier? Wann, wo, wie?
Das war als junger Teenie in einem Jugendraum. Ein Eichbaum Export. Ich war sofort Fan!
Was macht ein Bier für dich einzigartig?
Bier ist einfach ein Wahnsinnsgetränk: Durstlöschend, vielfältig, köstlich, die Geselligkeit fördernd mit gesundheitlich positiven Eigenschaften – einfach toll!
Ein neues Bier, das du in den letzten Monaten entdeckt hast?
In den Sommerferien habe ich mich ein wenig durch die italienische Craft-Beer-Szene getrunken. Da waren einige für mich neue und sehr spannende Biere dabei.
Wofür bist du der FSB-Community dankbar, was schätzt du besonders?
Ich schätze den kollegialen Austausch, das Miteinander und das gemeinsame Ziel qualitativ hochstehende Biere zu brauen.
Was ist das Ausgefallenste, das du jemals in ein Bier eingebraut hast?
Das dürfte wohl Safran beim «Burgdorfer Johann Suter» gewesen sein. Ich habe noch nie so viel echten Safran auf einem Haufen gesehen – das war teuer. 🙈
Welche verrückte oder ungewöhnliche Geschichte steckt hinter einem eurer Biere?
Der Grund, warum wir beim «Burgdorfer Johann Suter» Safran verwendet haben, war die Europameisterschaft im Goldwaschen in Burgdorf bzw. in der Emme. Zu diesem Anlass wollten wir das Thema «Gold» ins Bier bringen. Und da Safran eine goldene Farbe ins Bier bringt und so teuer ist, dass er früher mit Gold aufgewogen wurde, hat das ganz gut gepasst. Und da der Burgdorfer Johann Suter den Goldrausch in Kalifornien seiner Zeit ausgelöst hatte, war der Name auch schnell gefunden.
Welche Orte oder Umgebungen inspirieren dich am meisten, wenn es um neue Bierideen geht?
Das können Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen oder mit Freunden sein, die irgendeine lustige Bieridee haben und ich mich dann frage, ob und wie diese Bieridee umsetzbar wäre. Aber auch ein Bier in den Ferien kann inspirierend sein, indem ich mir sage: «Wow, sowas müssen wir auch brauen».
Was wärst du, wenn nicht Geschäftsleiter der Brauerei?
Nach dem Schulabschluss habe ich nebst der Lehre zum Brauer und Mälzer und dem Studium in Weihenstephan mit einem Medizinstudium geliebäugelt. Vielleicht wäre ich also sonst Arzt. Ob Arzt oder Brauer, Hauptsache etwas Gutes für die Menschen tun. 😊
Wenn eure Brauerei Musik wäre, welche wäre es?
Das wäre dann wohl eine Mischung aus Heavy Metal, Rock, Schlager und Après-Ski-Hits. Diese Mischung läuft bei uns jedenfalls in der Brauerei, wenn nach dem Abfüllen geputzt wird. Welcher Musikstil dabei überwiegt ist abhängig davon, wer als erstes seinen Spotify-Account mit der Musikbox verbunden hat…
Herzlichen Dank, Oliver!