12 Fragen an unser Vereinsmitglied Otto Sorg der Brauerei Erusbacher & Paul AG
Was ist dein Hauptantrieb hinter der Leidenschaft für das Brauen?
Mich treibt die Kombination aus Handwerk, Kreativität und der Freude an einem guten Bier an. Du schaffst etwas Echtes, das Menschen zusammenbringt. Ein gutes Bier ist kein Zufall, sondern das Resultat von Präzision und Erfahrung.
Was machst du als Erstes an einem Brautag?
Ich gehe durch die Brauerei und begrüsse unsere Mitarbeiter. Dabei verschaffe ich mir einen Überblick, ob alles läuft, wie es soll. Leider stehe ich nur noch selten selbst am Sudkessel. Lustigerweise war ich, als das Bild zu diesem Interview entstanden ist, wirklich wieder einmal am Brauen.
Welches Bier steht bei dir zu Hause immer im Kühlschrank?
Eigentlich stehen bei mir immer eine Auswahl an Bieren im separaten Bierkühlschrank. Was aber nie fehlt ist das Erusbacher Bräu Urtyp, ein klassisches, ehrliches Lagerbier. Ein Bier das immer funktioniert. Egal ob als Feierabendbier, oder in geselliger Runde mit Freunden.
Erinnerst du dich an dein erstes Bier? Wann, wo, wie?
Nicht mehr so genau. Aber ich war jung und neugierig. Wahrscheinlich nicht so stark wegen dem Geschmack, sondern wegen dem Moment. Ich denke, dass mich damals weniger der Biergeschmack fasziniert hat, sondern mehr das Ritual der Biertrinkens.
Was macht ein Bier für dich einzigartig?
Die Balance zwischen Geruch, Geschmack, Bittere und Drinkability. Viele Biere sind vordergründig laut aber nicht alle können überzeugen. Ein gutes Bier ist klar in seiner Idee und kompromisslos in der Umsetzung.
Ein neues Bier, das du in den letzten Monaten entdeckt hast?
Mich faszinieren aktuell eher wieder malzbetonte Biere, die wirklich Charakter haben. Kürzlich durfte ich ein Stout eines befreundeten Kleinbrauers probieren. Er braut ein schönes, ausbalanciertes Bier.
Wofür bist du der FSB-Community dankbar, was schätzt du besonders?
Für den Austausch auf Augenhöhe. Kein Austausch von Plattitüden, sondern echtes Interesse am Handwerk, an guten Produkten und an den Menschen die dahinterstehen.
Was ist das Ausgefallenste, das du jemals in ein Bier eingebraut hast?
Vor fast 25 Jahren haben wir als Auftrag für einen Kunden ein Bäckerbier mit Vanille gebraut. So richtig ein Erfolg war es dann doch nicht.
Welche verrückte oder ungewöhnliche Geschichte steckt hinter einem eurer Biere?
Unsere Biere entstehen normalerweise aus Diskussionen unserer Braumeister und der Vertriebsabteilung. Aber das Erusbacher Bräu Red Rocket 69, ein Rotbier, habe ich mir zu meinem 50. Geburtstag geschenkt. Ich war damals mit Gleichaltrigen an der Fasnacht mit einer Rakete unterwegs. Da das Bier grossen Anklang fand, brauen wir es noch heute für die 5. Jahreszeit.
Welche Orte oder Umgebungen inspirieren dich am meisten, wenn es um neue Bierideen geht?
Der Alltag. Also Gespräche mit Kunden und Marktbeobachtungen. Inspiration kommt bei mir selten spektakulär daher, sondern sie entwickelt sich aus Zuhören und Beobachten.
Was wärst du, wenn nicht Geschäftsleiter der Brauerei?
Da für mich Braumeister nach wie vor mein Traumberuf ist, wäre ich wahrscheinlich irgendwo als Produktionsleiter oder technischer Betriebsleiter tätig.
Wenn eure Brauerei Musik wäre, welche wäre es?
Guter eingängiger Rock. Nicht zu hart aber immer tanzbar.
Herzlichen Dank, Otto!